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franthebooknerd

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Dieses Mal gelang mir der Einstieg in die Geschichte sehr gut, da ich noch detailliert wusste, was am Ende des vorherigen Buches passierte und ich mich nicht mehr an den Schreibstil gewöhnen musste. Dieser hat mich immer noch sehr begeistert und fasziniert!

„[…]und ich muss aufstehen, ich muss aufstehen, ich muss aufstehen und etwas tun
aber
als ich mich bewegen will, muss Warner mich auffangen.
Ich bin zu kraftlos und zittrig, fühle mich immer noch, als seien meine Beine im Bett verankert, und plötzlich kann ich nicht mehr richtig atmen, sehe Flecken vor den Augen, bin zu schwach. Muss aufstehen. Muss raus.
Kann nicht.“

Seite 10

Ich mag Warner einfach nicht – auch, wenn ich damit wahrscheinlich eher zu der Minderheit gehöre – und sein inflationärer Gebrauch des Wortes Süße macht sein Auftreten für mich quasi unerträglich. Aber so sehr ich Warner nicht mag, so sehr finde ich Juliette toll. Sie sieht mittlerweile selbst die enorme Entwicklung, die sie durchgemacht hat, wird älter, reifer. Mit jeder Seite mochte ich sie mehr und mehr und sie ist nun eine meiner Lieblingsheldinnen geworden.

„Es ist für mich selbst verblüffend zu spüren, wie sehr ich mich in diesen letzten Monaten verändert habe. Ich fühle mich wie ein anderer Mensch. Agiler und klarer und auf jeden Fall härter. Und zum ersten Mal in meinem Leben kann ich mir eingestehen, dass ich wütend bin.
Das ist sehr befreiend.“

Seite 41

Für mich persönlich steht die Handlung nicht an erster Stelle, sondern die Charakterentwicklung von Juliette – wobei die beiden Dinge sehr stark zusammenhängen. Ohne Juliettes Fortschritte und Veränderungen in Denken und Handeln, hätte das Ganze so nicht stattfinden können. Das Ende war für mich nicht ganz zufriedenstellend, aber es passte, von daher ist das kein Manko gewesen. Ein wenig gestört hat mich auch diese Dreiecksbeziehung. Für mich wäre die Trilogie auch super mit ein bisschen weniger Romanze ausgekommen.

„Adam erstarrt und bellt: ‚Was redest du da? Juliette geht nirgendwohin mit dir.‘
Warner kratzt sich am Kopf. ‚Hast du es eigentlich nicht irgendwann satt, derartig unausstehlich zu sein? Deine Ausstrahlung ist in etwa so angenehm wie die verrottenden Innereien eines überfahrenen Gürteltiers.'“

Seite 124

Zu dem grandiosen Schreibstil muss ich glaube ich nichts mehr sagen, das habe ich in den Rezensionen bisher zur Genüge getan. Abschließend bleibt mir zu sagen, dass es eine fantastische Trilogie ist und sie zu meinen Lieblingsbüchern gehört.

„Was sind Worte, denke ich, doch für unberechenbare Wesen.
Kein Gewehr, kein Schwert, keine Armee, kein König wird jemals mächtiger sein als ein Satz. Schwerter können verletzen und töten, aber Wörter stechen zu und bohren sich in unsere Knochen, wo sie bis in alle Ewigkeit stecken bleiben.“

Seite 118

In „Vernichte mich“ erzählt Adam, wie er zusammen mit Kenji und Juliette in die Schlacht gegen das Reestablishment gezogen ist und wie er die dortigen Geschehnisse erlebt hat. Im weiteren Verlauf der Kurzgeschichte sehen wir, wie sich die kleine Gruppe an verbliebenen Rebellen zusammensetzt, sich findet und am Ende einen Unterschlupf findet. Ich mochte es, aus Adams Sicht zu lesen, auch wenn er mir nicht unbedingt sympathisch ist. Immer wieder musste ich mir ins Gedächtnis rufen, dass er unter Liebeskummer leidet und für seine jungen Jahre schon viel zu viel Verantwortung trägt. Die 56 Seiten des eBooks sind natürlich nicht zwingend notwendig, um die Handlung der Trilogie zu verstehen, aber es ist ein netter Einblick in Adams Gedanken und ich mochte die Kurzgeschichte daher gern.

In „Zerstöre mich“ erzählt Warner seine Sicht auf einen Teil der Handlung zwischen »“Ich fürchte mich nicht“ und »“Rette mich vor dir“. Natürlich drehen sich seine Gedanken und auch sein Handeln hauptsächlich um Juliette, die es geschafft hat, aus seinem Hauptquartier zu fliehen. Zudem bekam ich einen weiteren Einblick in die Beziehung von Warner zu seinem Vater. Da ich schon die komplette Trilogie gelesen habe, war der Inhalt der Kurzgeschichte mir nicht unbedingt neu – von der eigentlichen Handlung zwar schon, aber von den Gedankengängen und dem, was mir die Kurzgeschichte mitgeben wollte, schon. Dennoch habe ich „Zerstöre mich“ sehr gerne gelesen und kann es Fans der Reihe nur empfehlen!

Wie du vielleicht weißt, studiere ich Psychologie. Ich habe daher ein Interesse an psychischen Erkrankungen und nehme gerne die Gelegenheiten wahr, diese aus der Sicht der Betroffenen lesen zu können. Natürlich kann ich dadurch immer noch nicht komplett nachvollziehen, wie es ihnen geht, aber ich bekomme schon einen anderen Blick auf die Erkrankungen. Und ja, es sind Erkrankungen, diese Menschen sind - so wie Jana - not just sad.




"Bisher hatte ich immer das Gefühl, mit meiner Erkrankung allein zu sein - auch wenn ich natürlich weiß, dass es da draußen unglaublich viele Menschen gibt, die mit denselben Problemen zu kämpfen haben wie ich."


Seite 15

In Deutschland ist es immer noch so, dass psychische Erkrankungen zu den Tabu-Themen gehören. Die meisten Menschen wissen nicht, wie sie mit Betroffenen umgehen sollen und was genau die Krankheit denn nun mit ihnen macht. Daher finde ich es mutig und toll, dass Jana Seelig sich hingesetzt und aufgeschrieben hat, wie ihr "Leben zwischen Hell und Dunkel" aussieht. Sie beginnt mit dem Grund für das Buch: den Tweets. Sie hat diese geschrieben, um hauptsächlich einen Menschen anzusprechen: ihren damaligen Freund, der kein Verständnis für sie und die Depressionen hatte. Dass sie so viele Menschen damit an- und aus der Seele spricht, hatte sie nicht erwartet. Nachdem sie die Geschehnisse des letzten Novembers erzählt hat, greift sie weitere Szenen aus ihrem Leben auf. Mal sind es welche aus ihrer Jugend, mal aus der Gegenwart, doch alle helfen dabei, das Gesamtbild zu sehen. Sie zeigen, wie schwer es für Jana war, überhaupt diagnostiziert zu werden, und wie es nach der Diagnose weiter ging. Dass die Ärzte sie nicht aufgeklärt haben über ihre Krankheit und sie einfach so wieder entlassen wurde, das machte mich wütend. So geht man nicht mit einer Patientin um, das war wirklich unvorstellbar für mich.




"Mit dem Begriff 'Depression' kann ich nichts anfangen. Ich bin ja nicht traurig - oder etwa doch? Mein Leben ist traurig, weil ich es aufgrund der ganzen Symptomatik nicht mehr richtig leben kann, doch ich, ich bin es nicht. Ich würde eher sagen, dass ich nichts fühle - von den ständigen Schmerzen mal abgesehen."


Seite 36

"Minusgefühle" hat in mir beim Lesen eine Menge Emotionen freigesetzt. Ich war wütend, habe gelacht und auch geweint. Das Buch hatte ich an einem Nachmittag beendet, denn ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Für mich ist es ein außergewöhnliches Buch, das ich allen nur ans Herz legen kann. Nicht nur wegen des unheimlich wichtigen Inhalts, sondern auch wegen Jana Seeligs Schreibstil, den ich sehr gemocht habe. Ihre Wortwahl gefiel mir zwar nicht immer (abgefuckt war ein häufig benutztes Wort), aber ich glaube, für manche Dinge gab es eben keine passendere Beschreibung.




"[...] ich verlasse die Praxis mit einem Hochgefühl. Ich weiß zwar, dass es zurzeit nicht länger als zwei bis drei Tage anhält, aber hey, zwei bis drei Tage sind besser als nichts, und irgendwann, daran glaube ich fest, werd ich es schaffen, mit der Hilfe meiner Therapeutin aus den drei Tagen eine ganze Woche zu machen - und in ferner Zukunft vielleicht sogar ein ganzes Leben."


Seite 53

Lies dieses Buch, denk über das Gelesene nach und empfehle es weiter - damit wir eher früher als später in einer Welt leben können, in der psychische Erkrankungen keine Tabu-Themen mehr sind.