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franthebooknerd

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Zu Beginn war ich etwas enttäuscht, da die Handlung nicht direkt an der aus dem ersten Band anschließt, sondern etwa 20 Jahre später. Claire, die in der Zwischenzeit in Amerika gelebt hat, kehrt mit ihrer Tochter Brianna nach Schottland zurück, um ihrer Tochter zu erzählen, was ihr damals passiert ist. Während ihres Besuches trifft sie auf den Neffen des Pfarrers, welcher bei ihrer letzten Reise nach Schottland mit Frank in die Geschichte von Franks Familie eingetaucht ist. Der Pfarrer selbst ist mittlerweile tot, doch der Neffe hat noch alle Unterlagen seines Ziehvaters im Haus. Zusammen mit ihm erkunden Brianna und Claire die Highlands und Claire versucht, einige ungelöste Rätsel zu entwirren.


Nach der anfänglichen Enttäuschung kam ich mit dieser Erzählweise dann doch zurecht, auch, wenn ich mir etwas anderes gewünscht hätte. Zwischen den Geschehnissen in der Gegenwart, blickt Claire immer wieder zurück und ich als Leserin erfuhr vieles aus ihrer Vergangenheit und von den Informationen, die sie in der Zwischenzeit schon zusammengetragen hatte über Jaime und seine Männer. Diese "Rückblenden" gefallen mir im Allgemeinen nicht so, aber es hat dennoch zu den Erlebnissen gepasst, von daher fand ich es letztendlich nicht mehr so schlimm.


Die Begebenheiten in dem Buch sind nicht gerade spannungsgeladen, sie plätschern eher so dahin, aber dennoch ließ mich die Geschichte nicht los: ich musste immer weiterlesen! Das lag einerseits an Diana Gabaldons Schreibstil (oder der Übersetzung), aber andererseits auch an den Einzelheiten der Geschichte. Die Dialoge zwischen den drei Protagonisten, ihre Ausflüge und das langsame Annähern an die Wahrheit.


Auch Teil 2 der "Outlander-Reihe" konnte mich von sich überzeugen, auch - oder vielleicht auch gerade deswegen - wenn er sich nicht so entwickelt hat, wie ich es mir erhofft hatte. Trotz meiner Enttäuschung zu Anfang, habe ich das Buch im weiteren Verlauf immer mehr gemocht und bin seiner Geschichte doch verfallen. Mit Spannung und Neugier gucke ich nun auf den kommenden Band und frage mich, wie die Geschichte nun weitergeführt wird!


Das Buch ist ein Briefwechsel zwischen zwei Männern, Martin Schulse und Max Eisenstein, und ich mag diese Art des Romans sehr gerne. Der erste Brief ist von November 1932, also kurz vor der Machtergreifung Hitlers. Martin Schulse ist zu dem Zeitpunkt wieder nach Deutschland zurückgekehrt, sein Freund Max Eisenstein ist jedoch in Amerika geblieben. Der historische Hintergrund macht dieses Buch ein wenig beklemmend, aber es ist auch sehr interessant zu sehen, wie die Autorin das Ganze aufgegriffen und verarbeitet hat.




"Um die Wahrheit zu sagen, Max, ich glaube, daß Hitler in einiger Hinsicht gut für Deutschland ist, aber sicher bin ich mir nicht. [...] Der Mann ist wie ein elektrischer Schock, so stark, wie nur ein begnadeter Redner oder ein Fanatiker sein kann." - Seite 25f



Schon nach den ersten beiden Briefen, die zwischen den beiden Männern gewechselt wurden, habe ich ein Gespür für ihre Freundschaft bekommen und auch für ihre Charakterzüge. Dafür ist die Form der Briefromans natürlich sehr gut geeignet, da sie etwas sehr Persönliches an sich hat. Dieser Kontrast - Max als Jude in Amerika, Martin in Deutschland - zwischen den Protagonisten ist die Grundlage für das Buch und es war erschütternd zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen Max und Martin entwickelt hat.




"Ach Martin, ich schäme mich oft für die Freude, die ich empfinde, wenn ich solch bedeutungslose, kleine Triumphe erlebe.
Du in Deutschland, mit Deinem Landsitz und Deinem Wohlstand, den Du Elsas Verwandten vorführst, und ich in Amerika, beglückt frohlockend, weil ich eine leichtgläubige alte Dame zum Kauf einer Monstrosität überredet habe Was für schöne Höhepunkte für zwei vierzigjährige Männer!" - Seite 22



Der letzte Brief ist von Anfang 34, knappe anderthalb Jahre dauert der Briefwechsel nur an, doch er zeigt vieles, was in der damaligen Zeit passiert ist. Diese kurze Geschichte ist so eindringlich, so erschütternd, dass ich sie jedem ans Herz lege. Auch in der heutigen Zeit ist diese Geschichte noch so aktuell wie vor 80 Jahren.


Ohne großartiges Vorgeplänkel wurde ich direkt in die Geschichte hineingeschubst. Der Roman beginnt mit der Szene, in der Werner, Vivis Ehemann, sich nicht an ihre Regeln hält und sein Gulasch nachwürzt - mit Rattengift. Es dauert nicht lange und schon liegt er tot in seinem Essen. Vivi hat ihren Mann natürlich nicht absichtlich das Gift gegeben, gerät aber dennoch in Panik und weiß nur einen Ausweg: Der etwas senile Hausarzt von Werner, Dr. Köhnemann, wird ihr schon helfen. Dieser bescheinigt sogleich einen Herzinfarkt und schon hat sich das Ganze für Vivi erledigt. Dies war der humorvolle Auftakt eines unterhaltsamen Romanes.




"Noch immer lag Werners Gesicht im Teller. Dies war ohne Frage der schlimmste Moment in Vivis Leben - gefolgt von der Hochzeitsnacht und der letzten Krampfaderverödung. Und sie hatte nicht die leiseste Ahnung, wie es weitergehen sollte."


Seite 10

Vivi ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie ist eine naive Hausfrau, die es faustdick hinter den Ohren hat; sie reagiert auf manche Situationen eher unkonventionell und ist eine Powerfrau durch und durch. Dies ist eine sehr unterhaltsame Mischung, die für komische Szenen gesorgt hat. Ihre beste Freundin Ela wirkt wie das Gegenteil von Vivi: erfolgreich, geschieden, steht mit beiden Beinen im Leben und hat an diesem viel Spaß. Auch die Nebencharaktere wie Richard, ein Liebhaber Vivis, oder ihre Tante Elfriede waren allesamt sehr liebevoll gestaltet. Natürlich waren hier auch einige Klischees dabei, aber das gehört nun auch dazu.




"Für Ela war das Leben eine einzige Party. Für Vivi dagegen fühlte sich das Leben eher wie eine Tupperparty an: außen spießig, innen hohl."


Seite 11

Im Laufe der Geschichte gerät Vivi von einer absurden Situation in die nächste und ich wusste nicht, ob ich nun den Kopf schütteln sollte oder lachen. Meistens war es eine Kombination der Reaktionen. Viele Szenen konnte man schon vorher erahnen, aber das hat meine Lesefreude nicht gemindert. Schade fand ich nur, dass der Klappentext schon sehr viel verrät.




"Nun gab es kein Halten mehr für Vivi. 'Dann leihe eben ich dir das Geld. Noch heute! Miete deine Büroräume, kauf die Möbel und die Computer, stell eine Sekretärin ein!'"


Seite 75

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ellen Berg hat viel Witz und Charme und so hatte ich viel Spaß beim lesen. Mir hat das Buch "Ich koch dich tot" sehr gut gefallen und es bot mir kurzweiligen Lesespaß. Ich hoffe, ich konnte auch dich davon überzeugen!




"Von jetzt an würde sie sich von Männern fernhalten. War einfach besser so. Für Vivi ohnehin, vor allem aber für die Männer, wenn ihnen ihr Leben lieb war."


Seite 190