franthebooknerd's Reviews (1.09k)


Die Geschichte beginnt im Jahr 1946. Claire Beauchamp Randall und ihr Mann Frank waren durch den Zweiten Weltkrieg voneinander getrennt - sie arbeitete als Krankenschwester, er diente an der Front -, weshalb sie nun ihre zweiten Flitterwochen in Schottland verbringen wollen. Während Frank auf den Spuren seiner Familiengeschichte ist, entdeckt Claire die Flora Schottlands. Dabei entdeckt sie einen Steinkreis, der sie in seinen Bann zieht. Bald kehrt sie wieder zu ihm zurück und berührt zufällig einen der Steine. Urplötzlich hört sie Schlachtenlärm - das Schreien von Männern, das Wiehern der Pferde -  und sie findet sich im Jahr 1743 wieder. Nach dem ersten Schock fängt Claire sich schnell, gerät dann aber in die Hände eines schottischen Clans. Dort kann sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, denn der junge Schotte Jamie Fraser ist angeschossen und braucht medizinische Hilfe. Doch auch wenn die Schotten sehr freundlich zu ihr sind, so wissen sie doch nicht so recht, was die Engländerin eigentlich wirklich vor hat.



"Ich lernte allmählich ein paar gälische Vokabeln, obwohl sich in keiner Weise behaupten ließ, dass ich die Sprache bereits beherrschte. Ich konnte jedoch aus den Gesten erraten, worum es ging. 'Steh auf und sag das noch mal', sieht auf jedem Schulhof, in jeder Kaschemme und auf jeder Gasse der Welt gleich aus." - Seite 214



Ich habe bisher noch nicht so viele Zeitreise-Bücher gelesen und war schon sehr darauf gespannt, wie ich diese Thematik denn finden würde. Die Geschichte begann in der "Gegenwart" und viele Informationen aus diesem Beginn wurden nachher nochmals aufgegriffen. Das gefiel mir sehr gut, denn so wurde die Brücke geschlagen zwischen den beiden Leben von Claire. Die Handlung an sich fand ich sehr gut, aber an manchen Stellen leider etwas vorhersehbar. Das hat mich zum Glück aber sehr selten gestört, sodass ich dort nur einen Punkt abgezogen habe bei der Bewertung.


Claire war eine sympathische Protagonistin, die in meinen Augen auch fast immer sehr realistisch reagiert hat. Dadurch, dass sie Krankenschwester war, konnte sie sich gut in die für sie neue Gemeinschaft einfügen als Heilerin. Manches Mal fand ich es wohl etwas fragwürdig, warum sie denn nun genau weiß, welche Pflanze was bewirkt. Die Autorin beschrieb zwar vorher schon, dass Claires Hobby die Pflanzenkunde ist, aber manches erschien mir dann doch etwas weit hergeholt zu sein. Jamie war ein netter, junger Mann und ein klein wenig auch der typische Held. Ich mochte ihn trotzdem sehr gerne. Auch die anderen Figuren, die mal mehr, mal weniger große Rollen in der Geschichte hatten, gefielen mir. Die Autorin hat alle Charaktere liebevoll ausgestaltet und ich konnte mir immer ein passendes Bild in den Kopf rufen. Schade fand ich nur, dass auch hier die Entwicklungen einiger Charaktere sehr vorhersehbar waren, sodass ich auch bei der "Charakter-Bewertung" leider nur vier Punkte vergeben habe.


Der Schreibstil von Diana Gabaldon hat mich umgeworfen. Von der ersten Seite an wurde ich praktisch in die Geschichte hineingezogen und konnte mich kaum noch davon loslösen. Es war regelrecht eine Sucht weiterzulesen, sodass ich die knapp 800 Seiten auch in drei Tagen gelesen habe. Das Buch endete - wie konnte es auch anders sein? - mit einem Cliffhanger, sodass ich mich jetzt sehne, schon bald den nächsten Teil lesen zu können.


Bewertung
Einstieg in die Geschichte: 5/5
Handlung: 4/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 4/5
Schreibstil: 5/5
Gesamt: 4,5/5

Handlung 3 Sterne, Rest 4 Sterne

Goldfisch Ian lebt im 27. Stock eines Wohnhauses auf dem Balkon von Connor Radley. Er war ein Geschenk von Connors Freundin Katie und muss auf dem Balkon leben, da er sonst Connors sexuelle Abenteuer genau beobachten könnte. Eines schicksalhaften Tages entschließt sich Ian dazu, aus seinem Aquarium zu springen und wird dabei Zeuge einiger außergewöhnlicher Momente der Bewohner des Hauses.




"Ian blickt über diesen megalithischen Blumengarten aus Wolkenkratzern hinweg und sieht nur so viel an Wunderbarem, wie sein Geist erfassen kann. Er ist ein Goldfisch, dem sich eine Vogelperspektive auf die Welt biete. Ein Goldfisch, der von seiner erhöhten Position aus die Sicht Gottes erlebt, eine Sicht, die vergeudet ist an ein Gehirn, das nicht begreifen kann, was es betrachtet, was aber diesen Ausblick im Grunde noch viel wunderbarer macht." - Seite 12



Der Autor Bradley Somer nimmt uns mit auf Ians Reise vom 27. Stock Richtung Boden. Dabei erfahren wir nicht nur so einiges über seinen Besitzer Connor und dessen Freundin Katie, sondern auch jede Menge über ein paar andere Bewohner des Hauses. Im Laufe der Geschichte kommen einige Handlungsstränge zusammen und es entwickelt sich ein fabelhaftes Bild, welches einen Querschnitt durch die Gesellschaft schafft. Da ich hier nicht zu viel verraten will, gehe ich nicht ins Detail. Bradley Somer hat aber eine wahre Vielfalt an Menschen in die Geschichte eingebaut, die allesamt sehr authentisch wirkten. Der Autor hat mich nicht nur mit der Handlung, sondern auch mit seinem Schreibstil absolut überzeugen können.




"Ich könnte kein anderer sein, denkt er. Ich kann mir die anderen nicht vorstellen und kann kaum ich selbst sein." - Seite 84



Allein schon die außergewöhnliche Idee, das Buch aus der Sicht eines Goldfisches zu schreiben, fand ich klasse. Dann fliegt dieser Fisch auch noch durch die Luft und sieht eine Vielzahl an Menschen in kurzen Momenten ihres Lebens. Ein absolut fabelhafter Roman, den ich ohne zu Zögern weiterempfehlen kann!


Der letzte Band der "Traumlieder"-Trilogie ist genauso aufgebaut wie die ersten beiden Bücher. Zuerst kommt immer ein kleiner autobiografischer Text, der zu den nächsten, in einem Kapitel zusammengefassten Kurzgeschichten passt. Auch dieses Mal sind die Kurzgeschichten in einer chronologischen sowie thematischen Reihenfolge sortiert und stammen aus den Genres Horror, Science Fiction und Fantasy oder sind ein "Hybrid" aus diesen Genres. George R. R. Martin plädiert gerne dafür, die Genre-Grenzen abzureißen und die Geschichten nicht in Schubladen zu packen. Der Schreibstil war wie immer hervorragend und die Horrorgeschichten haben mich ziemlich gegruselt.


Da nicht jede Geschichte gleich gut ist, habe ich die neun Geschichten separat bewertet und daraus dann ein Gesamtergebnis errechnet. Hier sind die Einzelwertungen:



  1. Kurzgeschichte: 5/5 (ungewöhnliche Erzählweise)

  2. Kurzgeschichte: 5/5

  3. Kurzgeschichte: 5/5

  4. Kurzgeschichte: 5/5

  5. Kurzgeschichte: 3/5

  6. Kurzgeschichte: 5/5 (sehr gruselig!)

  7. Kurzgeschichte: 3/5

  8. Kurzgeschichte: 3/5

  9. Kurzgeschichte: 5/5


Zusammen ergibt das eine Bewertung von 4,5 Sternen. Allen Fans des Autors, die diese Kurzgeschichtensammlungen noch nicht gelesen haben, kann ich sie nur wärmstens empfehlen! An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den Verlag für das Zusenden des Buches als Rezensionsexemplar.