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Wir sind doch Schwestern: Roman by Anne Gesthuysen
4.0

Inhaltsangabe
Katty und Paula richten auf Kattys Hof ein Fest zum 100. Geburtstag ihrer ältesten Schwester aus. Doch in den Tagen vor dem Fest werden alte Erinnerungen wach und einige Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

Meiner Meinung nach müssen Familienromane wirklich gut geschrieben sein, damit ich mich nicht allzu schnell langweile. Daher war ich zu Anfang etwas skeptisch, als ich das Buch am Wochenende vor dem Buchclubtreffen in die Hand nahm. Meine Zweifel waren aber unbegründet, denn das Buch ist sehr gut geschrieben und schafft es, den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gut miteinander zu verweben.

Da das Buch an die Wahrheit angelegt ist (die drei Protagonistinnen sind Anne Gesthuysens Großtanten gewesen), fand ich es noch ein wenig interessanter. Ebenso fand ich es gut, dass es bei uns in der Nähe am schönen Niederrhein spielt in der Gegend um Xanten. Die Niederrheiner wurden in meinen Augen treffend in dem Buch porträtiert und ich habe mich und meine Familie so manches Mal in den Beschreibungen wiederentdeckt. Ich hätte es nur gut gefunden, wenn das Platt mehr im Buch benutzt worden wäre und nicht nur als ein paar Ausdrücke oder bestimmte Wörter.

"Nach all den Jahren gab es zwischen ihnen seh viel vermintes Gelände, was Paula oft bedauerte. […] Außedem sprach man in der Familie über gewisse Dinge einfach nicht. Man schwieg sie tot. Sture Niedderheiner sind wir, stellte Paula wieder einmal fest, diskutieren, das ist einfach, das konnten wir schon immer, aber ehrlich sagen, was man fühlt, das haben wir nie gelernt."
- Seite 57

Positiv hervorheben möchte ich, dass die Beziehung der drei Schwestern sehr deutlich wurde und eine tolle Entwicklung durchgemacht hat, sodass am Ende scheinbar unmögliche Dinge möglich wurden. Alle drei sprangen am Ende doch noch über ihren Schatten und das entlockte mir doch manchmal ein Schmunzeln. Katty, Gertrud und Paula sind mir im Laufe des Buches immer mehr ans Herz gewachsen, aber mein insgeheimer Liebling war von Anfang an Paula, da ich mich mit ihr am meisten identifizieren konnte.

Fazit und Empfehlung
Ein schöner, kurzweiliger Familienroman, in dem so manches Geheimnis aufgedeckt wird und die Schwestern auch nach fast 100 Jahren ihre Beziehung zueinander noch vertiefen. Lediglich der spärliche Gebrauch des niederrheinischen Platts hat mich ein wenig enttäuscht.