5.0

Dieses Buch macht mich traurig. Und wütend. Sehr wütend. Schonungslos und ohne Pathos zeigt Kleist die Geschichte von Samia Omar, einer Frau, die nach ihrer Teilnahme als Läuferin bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 zurück nach Somalia. Sofort setzt sie ihr Training fort um in den näschten Spielen in London wieder dabei sein zu können. Doch die islamistischen Terrormilizen machen ihr das Leben schwer und so beschließt Samia schweren Herzens mit windigen Schleppern die gefährliche Flucht nach Europa zu wagen.

Kleists schwarz-weiß-grau Stil setzt von Anfang an eine bedrückende Atmosphäre. Ich habe mich beim Lesen zunehmend unwohler gefühlt, auch wegen der Befürchtung der immer wahrscheinlicher werden Katastrophe. Die Figuren im franko-belgischen Stil sind ausdrucksstark und Samias Schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung nimmt einen sehr mit.

Dieses Buch ist eine harte Erinnerung daran, dass 10.000e Menschen auf der Flucht gestorben sind, auch weil unsere, europäische, deutsche Aslypolitik an der Realität scheitert. Dieses Buch sollen wir alle lesen und allen zum Lesen geben die kritisch gegenüber der Aufnahme von Flüchtlingen sind.