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kathiwoe 's review for:

Der Tag des Opritschniks by Vladimir Sorokin, Andreas Tretner
2.5
challenging reflective slow-paced
Plot or Character Driven: A mix
Strong character development: No
Loveable characters: No
Diverse cast of characters: No
Flaws of characters a main focus: Yes

Wichtig und prophetisch, aber nicht unbedingt ein Lesevergnügen.

Dieses Buch erschien im russischen Original bereits 2006 und kann daher durchaus aus heutiger Sicht als prophetisch betrachtet werden.

2027 in einer Cyberpunkwelt hat sich Russland vollständig vom Westen abgewandt - es herrscht eine brutale Diktatur, die besonders gegen die Intelligentsia hart vorgeht.

Der Hauptcharakter gehört zu einer Art Schutzstaffel, welche die Aufträge des Diktators ausführen - sei es Kritiker umzubringen oder Propagandamaterial zu sichten bevor es an die Bevölkerung getragen wird. Dabei zeigt der Hauptcharakter einen besonderen Patriotismus, der schon ins Quasi-Romantische abdriftet. Dies wird stilistisch durch die Verwendung von pro-Russischen (für den Leser  satirischen) Gedichten und Liedern untermalt.

Vom Schreibstil könnte dieses Buch besonders für Fans von Günter Grass lohnenswert sein, inhaltlich erinnert es mich eher an Uhrwerk Orange. Leider konnte mich der Stil nicht recht überzeugen, durch die Kritiklosigkeit liest es sich wie ein Loblied, das mich dann spätestens nach 50 Seiten langweilte. 

Aufgrund der kulturellen Bedeutung gibt es von mir 3 Sterne.