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Es kann nur eine geben by Carolin Kebekus
3.75
funny hopeful informative reflective

Ich denke, dieses Buch ist vor allem gut für Menschen, die einen Einstieg in das Thema Feminismus suchen, da es viele Felder anschaulich abhandelt. Ich kenne mich nicht so aus mit den demografischen Daten des Zielpublikums von Carolin Kebekus, kann mir aber vorstellen, dass dieses im Durchschnitt älter ist als ich und sich eher von diesem Buch angesprochen fühlt als ich, die viele der Themen sehr ähnlich auf anderem Wege bereits für sich erarbeitet und auf dem Schirm hat. Daher war für mich nicht viel Neues dabei, aber das hatte ich auch nicht unbedingt erwartet. Es war jedoch super interessant, die eigenen Erfahrungen der Autorin eingeflochten zu sehen, vor allem im Hinblick auf ihren Beruf und dieses Stigma von "Frauen sind nicht lustig". 
Ich finde es wichtig und großartig, dass bekannte Frauen sich so deutlich positionieren, ihr eigenes vergangenes Verhalten reflektieren (wenn auch in diesem Buch nur angerissen, es sind schließlich keine Memoiren) und ihre Stimme so aktiv nutzen, um etwas zu bewegen. Vor allem, wenn sie gleichzeitig über das Talent verfügen, dies auf witzige Weise zu machen, sodass auch Leute Interesse am Thema haben, die bei trockenen Abhandlungen und mit schlauen Wörtern um sich schmeißenden Analysen abschalten. 
Es wird im Buch deutlich, dass sich viel Mühe gegeben wurde, inklusiv zu denken - teilweise geht dies allerdings ein bisschen unter (z.B. wenn erklärt wird, dass nicht alle menstruierenden Personen weiblich sind und auch nicht alle Frauen menstruieren, im Verlauf dann aber doch zumeist von Frauen gesprochen wird). Vielleicht, um Komplexität für Leute zu reduzieren, die nicht so im Thema sind, idk. Es gab auch ein paar Sätze, die für mich sehr nach unterschwelliger Fettfeindlichkeit klangen, von denen mich verwundert hat, dass sie im Entstehungsprozess nicht bemerkt oder hinterfragt wurden; ebenso die falsche, umgangssprachliche verwendung von "schizophren".  
Außerdem wird am Anfang viel von Konkurrenzdenken und -verhalten unter Frauen gesprochen, was ich super spannend fand und dann schade, dass dieser Aspekt im Verlauf des Buchs weniger häufig auftaucht als gedacht.

Insgesamt denke ich, dieses Buch macht bestimmt einen wichtigen Job und insgesamt auch einen guten. Oh, und ich kann das Hörbch durchaus empfehlen, weil Carolin das natürlich mit Bravour vorträgt.

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