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bumblemee 's review for:

I kissed a boy - Dacre by Lisa F. Olsen
3.25
challenging emotional fast-paced
Plot or Character Driven: Character
Strong character development: Complicated
Loveable characters: Yes
Flaws of characters a main focus: Yes

Ich bin mir ein bisschen unschlüssig bei diesem Buch. Ich habe herausgefunden, dass es als Wattpad-Geschichte begonnen hat und das hat viel erklärt: Während des Hörens habe ich mich vom Vibe her stark erinnert gefühlt an eigene Texte von User*innen diverser Fanfiction-Plattformen, auf denen ich als Teenagerin unterwegs war. Dadurch hat sich das Hören sehr nostalgisch angefühlt, obwohl ich die Geschichte nicht kannte. Das hatte bei mir natürlich erstmal einen Stein im Brett. Ich mochte auch Dacre (wäre ohne Hörbuch nie darauf gekommen, das "Daker" auszusprechen) gern. Es war ein wenig anstrengend, wie hart self deprecating er war und immer, immer wieder davon ausging, er könne jede Sekunde von den Menschen verraten werden, die er kennenlert. Allerdings ergibt das auch nur Sinn für eine Person, die schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich fand den Sprecher gut für ihn gewählt. Außerdem mochte ich, dass Dacre gerne zockt und das nicht nur ein oberflächlicher Fakt blieb, sondern mit Leben gefülltwurde, zumindest teilweise. - Und ich habe ein Herz für Nerds. Hätte für meinen Geschmack noch mehr sein können. 
Cap hoffe ich durch den zweiten Teil etwas mehr ins Herz zu schließen. Er ist mir als Charakter nicht gänzlich unsympathisch und ich hab meine Vermutungen, wie er tickt, trotzdem hat er sich einfach oft scheiße verhalten. Dadurch dass man nicht in seinem Kopf ist, ist meine Empathie da noch nicht so groß. Sara, Camille und Tilo mochte ich hingegen umso lieber, ebenso wie generell die Clique um Cap. Das ist wirklich eine schöne Gruppe insgesamt. 

Allerdings gab es ein paar Dinge, die mich gestört haben. Zunächst einmal habe ich am Anfang irgendwie Caps Alter verpennt und, dass er nicht im zweiten Semester seines Bachelors, sondern seines Masters ist und damit der Altersunterschied größer ist als ich erst annahm, was ich dann doch etwas ... meh fand. V.a., weil Dacre so oft von sich behauptet, jünger auszusehen als er ist und ein paar Kommentare dazu fallen, dass Cap sich eher an Menschen orientiert, die jünger sind als er (Kommentar seines Vaters: "Hauptsache volljähig"). Ich habe nicht ganz verstanden, welchen Sinn es ergab, den Unterschied so groß zu machen.

Die Beziehungsentwicklung läge mir zwar fern, passte aber zu Dacre - abgesehen davon, dass ich wirklich nicht verstehe, wie man so hart verschossen in jemanden sein kann, der einen kacke behandelt. Ansonsten ergab es für mich schon Sinn, dass jedes bisschen Zuneigung sofort dazu geführt hat, dass er im siebten Himmel schwebt und die Dinge, die er selbst bemerkt (z.B. wenig Kommunikation) von sich wegschiebt. Zum einen, weil er einfach super jung ist und keine Beziehungserfahrung hat, aber auch, weil er selbstunsicher ist. Ich bin gespannt, wie sich das im zweiten Band weiterentwickelt. Denn obwohl ich verstehe, wie diese Dynamik entstanden ist, konnte ich mich nicht wirklich für diese Beziehung begeistern. Es gab gute Gespräche, aber weniger als ich gebraucht hätte. Ich war schon empathisch in Dacres Gefühlswelt involviert, in dieses das erste Mal richtig verliebt sein und wie sich die ganze Welt nur um Cap dreht, nur seine Begeisterung für ausgerechnet Cap und die Beziehung konnte ich nicht teilen. 

Wichtig ist wirklich das Beachten der Triggerwarnungen. Was ich schön fand: Sie werden im Hörbuch am Anfang angegeben.

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