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bumblemee 's review for:

Summertime Blues: Roman by Julia Clarke
3.0
emotional sad medium-paced
Plot or Character Driven: Character
Strong character development: Complicated
Loveable characters: Yes
Diverse cast of characters: No
Flaws of characters a main focus: Complicated

Das war irgendwie ein weirdes experience. 
Alex ist ein komplizierter Protagonist. Ich hatte sehr viel Mitgefühl mit ihm und seinem Gefühlswirrwarr. Es tat mir leid, wie unfassbar kacke so viele Leute, die eigentlich Halt gebend sein sollten, mit ihm umgehen. Trotzdem hat er mich auch echt angestrengt, weil er sich häufig nicht gut verhält - bei seiner Mutter z.B. konnte ich das verstehen, bei Faye weniger .. ich hab auch nicht ganz begriffen, warum sie ihn eigentlich mag, so oft, wie er einfach nur unfreundlich zu ihr war. Alex macht außerdem in seinen Gedanken oft sehr negative Kommentare über Leute. Das passt zwar zu ihm und seiner Gefühlslage, war aber einfach nicht so mega sympathisch.
Wie gesagt, es ist etwas zwiespältig, weil ich insgesamt viel Mitgefühl mit ihm hatte und verstehen kann, dass seine Situation viele nicht so glanzvolle Momente mit sich bringt. Oft hätte ich ihn einfach gern umarmt und habe mich gefragt, wie es sein kann, dass niemand merkt, was dieser Junge eigentlich so deutlich braucht .. bzw. brauchen könnte, formulieren und von selbst einfordern kann er das nicht so gut.

Die Art von Geschichte ist so semi meins. Ich habe schon eine appreciation dafür, wenn Bücher nicht wirklich einen Plot haben, sondern eher charakterfokussiert sind - hier war mir das allerdings manchmal etwas zu viel. Es gab super viele Dinge, die angefangen wurden, aber nicht zu ende geführt. Oder vielleicht sollte man eher sagen: Es wurden Dinge erwähnt, bei denen ich als Leserin davon ausgegangen bin, dass sie Relevanz für das Buch haben würden, dann aber nicht hatten.
Z.B, hieß es die ganze Zeit, niemand dürfe von den Dachsen erfahren, weil sonst Fallen aufgestellt würden. Alex erzählt Faye davon und sagt Louie, Faye würde das für sich behalten. Faye erzählt allerdings den Eltern gegenüber von den Dachsen - da dachte ich: Okay, dann wird das wohl Konsequenzen haben. Hatte es aber nicht. Sowas in die Richtung meine ich.


Kurz noch zum Schreibstil: Der ist recht direkt, keine unnötigen Schnörkel in der Sprache. Er benennt zum Beispiel auch Gefühle konkret. Das fand ich cool, aber wer da gern ein bisschen was "schöneres" hätte, ist mit diesem Buch nicht so gut beraten.

Insgesamt glaube ich, viele Teenager*innen, die sich irgendwie verloren fühlen, können sich in diesem Buch wiederfinden. Ich bin froh, es gelesen zu haben, aber die target audience bin ich nicht gewesen.

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